
Oder: Erste Schritte als Pinguin
Das wollte ich schon länger machen, aber jetzt hatte ich gleich zwei Anlässe: ich beabsichtige ein Hobby auszubauen, dafür brauche ich neue Software und mein Computer macht die ersten Probleme. Also habe ich es getan: Linux installiert.
Gut, ich bin vorsichtig und deswegen läuft das Kubuntu 12.04 (Precise Pangolin) jetzt erstmal auf meinem alten Desktop. Den Computer hatte ich in den vergangenen zwei Jahren nur als Speicher für Sicherheitskopien genutzt. Die Dateien von meinem Arbeitscomputer habe ich auf eine externe Festplatte kopiert und damit war ich auf den alten Rechner nicht mehr angewiesen. Ich konnte es also riskieren, ein neues Betriebssystem zu installieren, obwohl ich das noch nie gemacht und vor der Aufgabe durchaus großen Respekt hatte.
Natürlich ging nicht alles ganz einfach und fehlerfrei. Der Computer hatte eine komische Voreinstellung (im Bios), die ich erstmal finden und ändern musste. Das WLAN läuft immer noch nicht und das LAN Kabel zu finden, war eine sportliche Herausforderung. Ich habe viele, viele Kabel. Die Schachtel mit dem LAN Kabel war vom Regal gefallen und versteckte sich in einer Ecke. Außerdem ist die Hardware für diese Linuxversion gerade noch ausreichend, der Computer läuft also langsam und macht immer mal wieder Denkpausen. Das ist in Ordnung, damit habe ich gerechnet. Ich habe diese Variante installiert, weil ich sie mir ansehen und die Grundlagen lernen wollte, ohne an meinem Arbeitscomputer etwas zu ändern, denn wenn sie mir gefällt, möchte ich sie auch dort installieren.
Ohne einen Rechner mit Internetzugang, auf dem ich während der Intallation und Einrichtung Anleitungen lesen und Anleitungsvideos schauen konnte, funktionierte Linux jetzt wahrscheinlich nicht. So hat es auch eine Menge Zeit und Energie in Anspruch genommen. Aber wie ihr vielleicht ahnt, mag ich solche Herausforderungen und ich bin auch furchtbar stolz auf mich, dass der Computer jetzt funktioniert und manchmal auch schon macht, was ich will. Manchmal fühle ich mich wie ein Anfänger oder an DOS Zeiten erinnert (an die Jüngeren: das waren Betriebssysteme vor Windows und Internet, da musste man Befehle eintippen).
Mein erster Eindruck von Kubuntu ist sehr, sehr gut! Flexibilität und Benutzeroberfläche lassen mein Fensterbetriebssystem No 7 ziemlich uninspiriert wirken. Ich hab mich jetzt schon ein paar mal dabei ertappt, wie ich versucht habe, die Größe der Taskleiste zu ändern. Außerdem ist es doch sehr schön, dass kein Virenscanner das System runterbremst. Bei der Auswahl an Software packt mich die (Neu-)Gier. Fast alles ist Open Source Software, also kostenlos zu haben und wir reden nicht von niedlichen, kleinen Progrämmchen, die es auch für die Fenster kostenlos gibt.
Wir reden von Programmgruppen für so ungefähr alles: Mail und Organizer, Bürosoftware, Fotosoftware, Musiksoftware, Wissenschaftsprogramme, usw, usw. Von einigen dieser Programme benutze ich die Fenstervariante schon lange (Firefox, Thunderbird, Libre Office, Gimp,…) und weiß deswegen, dass es Programme von hoher Qualität gibt. Deswegen bin ich sehr gespannt auf die RAW Konverter (für Fotos) und die Tonstudiosoftware. Auf dem alten Computer werde ich das aber nicht probieren, dafür hat er einfach zu wenig Speicher.
In den nächsten Wochen werde ich den Desktop einrichten und weiter lernen. Wenn alles funtioniert, wird der Laptop umgebaut. – Und dann stürz ich mich auf all die coole Software!